Prävention im Fokus: Übergewicht bei Kindern ist kein Schicksal

Gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sind die beiden wichtigsten Faktoren, um Übergewicht frühzeitig zu verhindern. Hierin sind sich Ärzte und Politiker gleichermaßen einig, entsprechende Maßnahmen zur Prävention werden von beiden Seiten regelmäßig initiiert. Ärzte sehen die Zunahme und den Schweregrad von Übergewicht und Fettleibigkeit aus medizinischen und gesundheitlichen Gründen kritisch. Politiker fürchten vor allem die Folgekosten für das Gesundheitssystem, denn übergewichtige Menschen verursachen erhebliche Krankheits- und Behandlungskosten. Doch so sehr beide Gruppen auf die Prävention setzen, so sehr ist auch klar: Aktiv werden muss jeder Mensch selbst. Schon Kinder sollten deshalb spielerisch lernen, sich vernünftig zu ernähren und sich ausreichend zu bewegen.

66 Tipps für ein genussvolles und aktives Leben

Aktiv und Gesund Leben Die kostenlose Broschüre von IN-FORM (Deutsche Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung) gibt auf unterhaltsame und verständliche Weise alltagstaugliche Tipps für Ernährung und Bewegung.

Hinweis: Hinter der Initiative steht das sowohl das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, als auch das Bundesministerium für Gesundheit.

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Eltern müssen ihre Vorbildfunktion nutzen

Kinder orientieren sich an ihren Eltern, und obwohl das Bewegungs- und Ernährungsverhalten zum Teil genetisch bestimmt ist, spielen familiäre Einflüsse dabei ebenfalls eine große Rolle. Bereits im Kindergartenalter, so sind Mediziner überzeugt, festigt sich ein Fehlverhalten bei Ernährung und Sport. Gerade deshalb können Eltern schon in jungen Jahren das Interesse für leckere und gesunde Ernährung und für Bewegung schüren.

Familiäre oder soziale Defizite müssen deshalb gar nicht erst auftreten, oder sie können frühzeitig ausgeglichen werden. Eine Weichenstellung ist somit von Kindesbeinen an möglich, wie Mediziner immer wieder betonen. Eltern können und sollten ihre Verantwortung und ihre Stellung als Vorbilder nutzen, um ihren Kindern einen gesunden Lebensstil zu vermitteln.

Aus medizinischer Sicht ist Fettleibigkeit eine chronische Krankheit, die auf Dauer die Lebensqualität verringert. Sie führt zu einer höheren Sterblichkeitsrate, die Lebenserwartung ist kürzer. Durch langfristig ausgerichtete Therapien kann man hier ansetzen. Übergewicht bei Mädchen besteht bereits, wenn das Kind einen Body-Mass-Index von über 17,8 hat. Fettleibigkeit ist ab einem BMI von über 19,2 gegeben. Für Jungen gelten Werte von 17,6 für Übergewicht und 19,0 für Fettleibigkeit.

Regelmäßige und moderate Bewegung ist ideal

Schulsport hilft beim AbnehmenDas Ausmaß an körperlicher Betätigung, das zur Vorbeugung von Übergewicht ausreicht, lässt sich nach Ansicht von Medizinern recht gut messen. Pro Woche sollte man einen zusätzlichen Energieverbrauch von rund 2.000 bis 3.000 Kalorien erzielen. Dadurch lässt sich das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen deutlich reduzieren, positive psychische Effekte sind ebenfalls gegeben. Ein maximaler Effekt besteht bei rund 30 Minuten sportlicher Betätigung pro Tag, natürlich schadet auch ein wenig mehr nicht. Als Alternative empfehlen Ärzte drei bis vier Sporteinheiten in der Woche mit einer Dauer von rund 45 Minuten. Die körperliche Belastung soll dabei intensiv, aber nicht übertrieben sein. Ideal ist eine Kombination aus Ausdauertraining, Koordination und Kraftsport.

Auch auf Kinder wirkt sich regelmäßige Bewegung positiv aus. Durch Bewegung und Spiel verbessern sich ihre sensomotorischen Fähigkeiten, dadurch ist eine ausgewogene soziale, intellektuelle und persönliche Entfaltung des kindlichen Charakters möglich. Besonders in den ersten Jahren führen immer neue Reize zu einer Verschaltung des Nervensystems, was sich sehr positiv auf die Entwicklung des kindlichen Gehirns auswirkt. Das ist vor allem wichtig, weil Bewegung ein optimaler Ausgleich zum Lernen in der Schule ist. Kinder, die sich regelmäßig bewegen, bringen in der Schule häufig bessere Leistungen als Kinder, bei denen ein Bewegungsmangel festgestellt wird.

Spielerische Elemente fördern den Spaßfaktor

Gefördert werden kann der Spaß an der Bewegung zum Beispiel, indem der Weg zur Schule mit dem Fahrrad gefahren wird. Besonders für ältere Kinder können sich hier positive Effekte ergeben. Ideal ist die Teilnahme an regelmäßigen sportlichen Veranstaltungen, ob sie nun im Verein, beim Sportkurs oder im Fitnessstudio stattfinden. Am besten mehrmals pro Woche sollten sich Kinder eine Stunde richtig austoben und dabei außer Atem geraten.

Der Schulsport allein reicht dazu übrigens nicht aus. Optimal wäre es, wenn Kinder einmal am Tag rund 60 Minuten lang eine angemessene körperliche Aktivität ausüben, wobei es sich durchaus um eine alters- und kindgerechte Anstrengung handeln kann. Wichtig ist dabei lediglich, dass man die Kräfte des kindlichen Körpers nicht überfordert. Ergänzt werden können solche Aktivitäten durch Spaziergänge, Treppensteigen oder Spielen im Freien. Im Idealfall nutzt man die Gelegenheit, um sitzende Tätigkeiten außerhalb der Schule auf ein Maß von weniger als zwei Stunden am Tag zu reduzieren.

Schulsport gegen Übergewicht

Politische Unterstützung ist gesichert

Auch das Bundesgesundheitsministerium nimmt sich des Themas Prävention von Übergewicht bei Kindern an. Durch Vorbeugung sollten schon Kinder lernen, sich gesund zu ernähren und sich öfter zu bewegen, um die Motivation zu einer gesunden Lebensführung ins Erwachsenenalter zu überführen.

Mit dem Nationalen Aktionsplan IN FORM – der Initiative für mehr Bewegung und gesunde Ernährung – will man aus politischer Sicht ein Zeichen setzen und deutlich machen, dass es auch aus politischer und gesellschaftlicher Sicht wünschenswert ist, wenn sich schon junge Menschen für ihre Gesundheit stark machen. Deshalb informiert die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums regelmäßig auf ihrer Internetseite über die Zusammenhänge von Übergewicht, falscher Ernährung und Bewegungsmangel, und sie gibt Tipps, wie man einen gesunden Lebensstil auch zu Hause mit Kindern umsetzen kann.

Ungeachtet aller Initiativen aus der Politik ist es aber am Ende immer noch Sache der Eltern, einen gesunden Lebensstil vorzuleben, um Kinder dabei zu unterstützen, sich ausgewogen zu ernähren und sich im Alltag regelmäßig zu bewegen. Ihrem positiven Vorbild kommt deshalb große Bedeutung zu.

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