Wie gesund ist Ingwer?

Die Ingwerwurzel ist eine echte Power-Knolle. Sie ist nicht nur sehr aromatisch und gibt vielen Speisen das gewisse Etwas, sondern sie ist auch eine Vitaminbombe und enthält viele lebenswichtige Mineralstoffe. In der Küche kann Ingwer vielfältig verwendet werden. Aus der asiatischen Küche ist er kaum noch wegzudenken. Er eignet sich auch perfekt für Tee. Ingwer stärkt das Immunsystem, fördert das Abnehmen und kann Schmerzen lindern.

Ingwer

Was ist an Ingwer so gesund?

Die Bewohner ostasiatischer Länder wissen bereits seit Jahrtausenden die positiven Eigenschaften von Ingwer für die Gesundheit zu schätzen. Bis heute wird er in der Volksmedizin, beispielsweise in der traditionellen chinesischen Medizin und im indischen Ayurveda, angewendet. Ingwer gewinnt auch in Deutschland als Küchengewürz und als Heilmittel immer mehr an Bedeutung.

Er ist reich an bioaktiven Wirkstoffen, die eine Vielzahl von Beschwerden lindern können. Wichtige Inhaltsstoffe von Ingwer sind ätherische Öle, Scharfstoffe und Mineralstoffe wie Eisen, Kalzium, Kalium, Natrium und Phosphor. Für den scharfen Geschmack des Ingwers sind Gingerolen und Shoagolen verantwortlich. Ingwer ist reich an den Vitaminen C und B6. Er stärkt das Immunsystem und bietet Linderung bei Erkältung.

Die Inhaltsstoffe von Ingwer haben eine ähnliche Wirkung im menschlichen Körper wie Acetylsalicylsäure. Sie wirken entzündungshemmend, lindern Schmerzen und schützen als Antioxidantien die Zellen vor freien Radikalen. Da freie Radikale zu einer Entartung der Zellen und damit zur Bildung von Krebs führen können, kann Ingwer sogar zur Vorbeugung von Krebs verwendet werden.

Wie wirkt Ingwer auf den Körper?

Ingwer hat aufgrund seiner vielfältigen Inhaltsstoffe eine positive Wirkung auf den Körper. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen die Wirksamkeit von Ingwer bei vielen Beschwerden. Die Wirkung des Ingwers ist mit verschiedenen Schmerzmitteln wie Ibuprofen, Diclofenac oder ASS vergleichbar. Ingwer bringt Linderung bei Arthrose und Rheuma, wirkt gegen Übelkeit und Erbrechen, kann die Nebenwirkungen einer Chemotherapie verringern und ist ein perfektes Mittel gegen Erkältung.

Er kann bei Migräne, Menstruationsbeschwerden, Übelkeit während der Schwangerschaft, Magen-Darm-Beschwerden und zum gesunden Abnehmen verwendet werden. Er kann sogar die Augen schützen und möglicherweise das Risiko der Entstehung des Grauen Stars bei Diabetes verringern, wie eine Studie mit Ratten vermuten lässt, die im Fachmagazin Molecular Vision veröffentlicht wurde.

Hilfe bei Arthrose und Rheuma

Über die Wirkung von Ingwer bei Arthrose und Rheuma, aber auch bei Muskel- und Gelenkschmerzen liegen viele wissenschaftliche Studien vor. Die Eigenschaften von Ingwer sind mit entzündungshemmenden Medikamenten vergleichbar. Eine Studie mit Menschen, die unter Arthrose im Knie litten, ergab, dass bei einer täglichen Einnahme von 30 bis 500 Milligramm Ingwer die Beschwerden für einen Zeitraum von 4 bis 36 Wochen gelindert werden konnten. Der Ingwer kann roh gegessen werden. Wer den scharfen, aromatischen Geschmack nicht mag, kann Ingwer auch in Form von Kapseln, Tabletten oder Ölen zu sich nehmen.

Ingwer bei Übelkeit und Erbrechen

Ingwer hat eine positive Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt und kann daher zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen, Reise- und Seekrankheit verwendet werden. Auch bei Übelkeit während der Schwangerschaft ist Ingwer geeignet. Er kann sogar die Übelkeit während einer Chemotherapie verringern, wie Forscher der Universität Rochester (USA) im Jahr 2011 berichteten. Nehmen Patienten drei Tage vor und nach der Chemotherapie Ingwer zu sich, können die Beschwerden deutlich reduziert werden.

Eine Studie des All India Institute of Medical Science Neu Delhi zeigte die positive Wirkung gegen Übelkeit bei Kindern, die mit einer Chemotherapie behandelt wurden. Die in Ingwer enthaltenen Gingerole können aufgrund der antientzündlichen Eigenschaften bei der Behandlung einer Magenschleimhautentzündung helfen und möglicherweise der Entstehung von Magen- und Darmkrebs vorbeugen. Die Gingerole hindern das Wachstum des Bakteriums Helicobacter pylori, das häufig für eine Magenschleimhautentzündung verantwortlich ist.

Schmerzlindernde Eigenschaften

Aufgrund der schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften kommt Ingwer nicht nur zur Behandlung von Arthritis sowie von Muskel- und Gelenkschmerzen zur Anwendung. Ingwertee, aber auch Kapseln oder Tabletten können Menstuationsschmerzen, Kopfschmerzen und Migräne lindern. Wer mag, kann Ingwer auch roh essen, um die Beschwerden zu reduzieren.

Ingwer bei Erkältung und Erkrankungen der Atemorgane

Da Ingwer reich an Vitamin C ist, stärkt er das Immunsystem und ist ein wirksames Mittel bei Erkältung. Die im Ingwer enthaltenen ätherischen Öle wirken krampflösend. Ingwer eignet sich daher hervorragend zur Behandlung von chronischem Husten und Bronchitis. Das Abhusten von Schleim wird gefördert. Ingwer kann bei Erkrankungen der Atemwege als Tee getrunken werden. Er lindert Halsschmerzen, die häufig bei einer Erkältung und infolge des Hustens bei Bronchitis auftreten.

Gesund Abnehmen mit Ingwer

IngwerteeAbnehmen ohne Diät und ohne Hungern – wer wünscht sich das nicht? Ingwer hilft beim gesunden Abnehmen. Er kann allein oder zusammen mit Zitrone angewendet werden. Leitungswasser lässt sich mit Zitronen- und Ingwerscheiben aromatisieren und kurbelt auf diese Weise die Fettverbrennung an.

Auch Ingwertee lässt die Pfunde purzeln. Die Scharfstoffe im Ingwer beschleunigen die Verdauung, da sie die Betriebstemperatur im Körper erhöhen. Ingwer hat außerdem eine entschlackende Wirkung und hilft bei der Ausscheidung von Gift- und Schadstoffen aus dem Körper.

Wann ist Ingwer schlecht?

Ingwer hat viele positive Eigenschaften für die Gesundheit, doch ist er nicht für jeden geeignet. Ingwer hat zwar kaum Nebenwirkungen und kann gegen Übelkeit helfen, doch ein übermäßiger Verzehr kann Übelkeit fördern. Auch Sodbrennen und Durchfall können als Nebenwirkungen auftreten.

Patienten, die an Magengeschwüren, einer Darmentzündung oder Gallensteinen leiden, sollten vor der Anwendung von Ingwer erst den Arzt konsultieren. Ingwer kann die Blutgerinnung bremsen. Wer blutverdünnende Mittel oder Medikamente für Herz und Blutdruck einnimmt oder an einer Blutungsstörung leidet, sollte auf Ingwer verzichten. Ingwer sollte nicht zusammen mit entzündungshemmenden Medikamenten eingenommen werden.

Wo und wie wächst Ingwer?

Wo Ingwer seinen Ursprung hat, ist nicht sicher bekannt. Vermutet wird, dass er aus Sri Lanka oder von den pazifischen Inseln stammt. Er wird in Sri Lanka, Indien, China, Vietnam, Indonesien, Japan und Australien, aber auch in Südamerika, Nigeria und Frankreich angebaut.

Nach England kam Ingwer durch die vielen Kolonien in Ostasien. Er ist dort schon lange ein fester Bestandteil vieler Speisen und Getränke, beispielsweise von Ginger Ale, einer ingwerhaltigen Limonade. Nach Europa kam er jedoch schon lange vorher durch die Römer und durch Kreuzritter, die ihn aus dem Mittelmeerraum mitbrachten Spanische Siedler brachten Ingwer im 16. Jahrhundert in die Neue Welt.

Die Ingwerwurzel breitet sich unterirdisch horizontal aus. Die Knollen bilden ein Rhizom, das sich weit verzweigt. Von diesem Rhizom gehen die schilfähnlichen Sprosse der Pflanze aus. Die ausdauernde Pflanze hat lange Laubblätter und kann bis zu 150 Zentimeter hoch werden. Die dekorativen, schuppenartigen Blütenähren wachsen auf etwa 25 Zentimeter langen, dicken Stängeln. An den Blütenähren erscheinen viele kleine gelbe, purpurfarbene oder violette Blüten. Nach einem etwa zehnmonatigen Wachstum können die Ingwerknollen geerntet werden.

Wie lagert man Ingwer?

Frischer Ingwer ist deutlich geschmacksintensiver als gemahlener Ingwer. Damit er lange frisch bleibt, kommt es auf die richtige Lagerung an. Alles beginnt bereits beim Einkauf. Knollen mit runzeliger Haut sollten nicht gekauft werden. Die Knolle sollte keine feuchten Stellen aufweisen. Am besten wird Ingwer im Kühlschrank gelagert. Er sollte in eine luftdicht verschlossene Dose gelegt oder in Alufolie gewickelt werden.

Fazit

Ingwer kommt als Gewürz in der asiatischen, aber inzwischen auch in der deutschen Küche vielfältig zum Einsatz. Er kann als Gewürz und für die Zubereitung von Tee verwendet werden. Ingwer enthält viel Vitamin C, Mineralstoffe und ätherische Öle. Er hat eine entzündungshemmende Wirkung und kann zur Behandlung vielfältiger Beschwerden genutzt werden. Er wirkt gegen Übelkeit und Erbrechen und reduziert die Beschwerden bei Arthrose. Wer keinen frischen Ingwer mag, kann Kapseln oder Tabletten verwenden.